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Anschrift:
Kolpingfamilie Rottenburg
Jahnstraße 23
84056 Rottenburg
Letzte Aktualisierung:
Freitag, 04. April 2025Nach der Sammlung ist vor der Sammlung

Rottenburg. (ast) Zwei große, dunkelblaue Container wurden Ende letzter Woche am Volksfestplatz in Rottenburg aufgestellt. Lediglich die Aufkleber „Nur Altkleider“ und „Nur Altpapier“ gaben einen Hinweis auf ihren Verwendungszweck. Am Samstag, den 22.03.25 wurden sie dann geöffnet und von den Sammelteams der Kolpingfamilie Rottenburg entsprechend befüllt. Das hat eine lange Tradition: Seit den 1950er Jahren gibt es die Altpapier- und Altkleidersammlungen in Rottenburg. Der Erlös ging damals noch an die Kirche, die Kolpingfamilie war an der Umsetzung beteiligt und übernahm in den 1970er Jahren schließlich ganz.
Gut vier Wochen vor der Lieferung der Container beginnt Waltraud Seidenschwand mit der Arbeit: Sammelsäcke bestellen und mit Plakaten an die Geschäfte und Banken verteilen, Fahrzeuge, Fahrer und Sammelhelfer anfragen und auf Stadtplänen die Sammelgebiete einteilen. Dabei hat sie viel Routine, denn sie organisiert die Sammlungen für die Kolpingfamilie bereits seit 2008. Fünf Sammelfahrzeuge mit Fahrer und jeweils mindestens zwei Helfern fahren dann das komplette Gemeindegebiet ab und sammeln das gebündelte Altpier und die Altkleidersäcke ein. Dabei handelt sich sich keineswegs um eine Abfallsammlung, denn das Sammelgut sind wertvolle Rohstoffe: „In einen Altkleidersack sollen nur gute Kleidung und Schuhe, die auch noch tragfähig sind,“ erklärt Seidenschwand. Schlittschuhe, Ski- oder Arbeitsschuhe bergen eine große Verletzungsgefahr für die Sammler und sind daher, ebenso wie verschmutze Textilien oder Papier nicht in die Sammlung zu geben.
Daneben sind Altkleidercontainer im ganzen Gemeindegebiet aufgestellt, die an ihrer leuchtend orangen Farbe und dem Kolping-Logo gut zu erkennen sind. Dort können die Altkleidersäcke das ganze Jahr über abgegeben werden. Und obwohl diese Container alle zwei Wochen ausgeleert werden, häufen sich regelmäßig Säcke drumherum. Waltraud Seidenschwand holt die Säcke auf Zuruf dann ab. Das kann sie aber nur bei den Kolping-Containern, denn sobald das Sammelgut abgelegt wurde, gehört es bereits dem jeweiligen Containerbesitzer. Für Seidenschwand gehört das schon zum Alltag, denn sie ist das ganze Jahr über mit dem Sammeln beschäftigt: Jeden Samstag holt sie sechs bis acht Bündel unverkaufter Zeitungen beim Rottenburger Anzeiger ab. Aber auch mit Privatpersonen vereinbart sie Liefer- oder Abholtermine. Dann wird ihre Scheune zum Zeitungslager. Verschmutze Kleidung wäscht sie erst, bevor sie sie weitergebt. „Den guten Umgang mit der Kleidung schätzen die Leute,“ freut sich Seidenschwand.
Alle Kolping-Container stammen von der Firma Wittmann Recycling aus Geisenhausen, die das Sammelgut seit vielen Jahren abholt und weiterverarbeitet: Die Textilien werden vorsortiert und Müll entfernt. In Spezialbetrieben in ganz Europa werden alle Kleidungsstücke von Sortierkräften persönlich begutachtet und klassifiziert. Mehr als die Hälfte der gesammelten Kleider und Schuhe finden so als Secondhandkleidung eine weitere Verwendung in Afrika, Südamerika, Indien und den ehemaligen Sowjetstaaten. Rund ein Viertel der Textilien, die nicht mehr getragen werden können, werden zu Reinigungstüchern für die Industrie umfunktioniert. Aus dem Altpapier wird wieder neues Papier hergestellt.
Der Erlös aus den Sammlungen geht an das Kolpingwerk Deutschland und an die Kolpingfamilie Rottenburg, die große Teile für gemeinnützige Zwecke weitergibt. Möglich ist das aber nur durch die tatkräftige Unterstützung aller Helfer, der Firma Landtechnik Lang und der Stadt Rottenburg die unentgeltlich Sammelfahrzeuge zur Verfügung stellen Denen sagt Seidenschwand ein „herzliches vergelt’s Gott“.
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